Franz Anton Mesmer - Die Mode des Mesmerismus

1759 zog der vom Bodensee stammende Franz Anton Mesmer nach Wien, wo er Medizin studierte, als Schüler des Hofarztes der Kaiserin Maria Theresia, Gerard van Swieten. Im Jahr 1766 erhielt er den medizinischen Doktorgrad. In seiner durch die Lehren des Paracelsus inspirierten Dissertation De planetarum influxu in corpus humanum, (Der Einfluss der Planeten auf den menschlichen Körper), schnitt er die Idee an, wonach die gegenseitigen Anziehungskräfte der Planeten durch ein subtiles physisches Fluidum ausgeübt werden. Das von Mesmer postulierte magnetische Fluidum stand für ihn sowohl im Zusammenhang mit den damaligen Theorien zur Gravitation, zum Ferromagnetismus, zur Elektrizität und zur Wärme, als auch mit der als Rapport bezeichneten zwischenmenschlichen Kommunikation.

Am 10. Januar 1768 heiratete er die verwitwete Maria Anna von Posch. Sie zogen in Wien in die Landstraße 261, in ein Haus mit Laboratorium, Praxis, großem Garten und Theater, und pflegten wegen Mesmers Liebe zur Musik Umgang mit Christoph Willibald Gluck, Joseph Haydn, Leopold Mozart und dem damals bereits als Wunderkind gefeierten Wolfgang Amadeus Mozart. Im Jahr 1768 wurde die von Mesmer in Auftrag gegebene Operette Bastien und Bastienne im Gartentheater in der Landstraße aufgeführt.

Mesmer beschäftigte sich mit Magnetkuren und mit seinem eigenen körperlichen Einfluß auf die Patienten, um heilende Wirkungen zu erzielen - dies nannte er den "Animalischen Magnetismus". Die Wiener Medizinische Fakultät stand den Thesen Mesmers sehr kritisch gegenüber, und als er ein Hospital für seine Methode des Heilens in Wien gründete und damit sehr erfolgreich war, formierten sich die Gegner. Sie benutzten seine erfolglose Therapie der bekannten Pianistin und Komponistin Maria Theresia Paradis, die seit dem dritten Lebensjahr blind war, um seine Heilmethode als unwirksam hinzustellen. Dies wurde für ihn zum Stolperstein. 1777 wurde von einer durch die Kaiserin einberufenen Expertenkommission festgestellt, dass Mesmers Heilmethode nur Betrug sei.

Dieses Urteil tat allerdings dem Erfolg Mesmers keinen Abbruch. Zwar verließ er Wien und ließ sich in Paris nieder, doch dort erfreute sich sein Praxis und seine Heilmethoden schon bald großer Beliebtheit. Auf Grund der Revolution in Frankreich folgten Reisen durch Deutschland und England. Der Mesmerismus wurde zu einer richtiggehenden Moderscheinung, die auch nach Mesmers Tod im Jahre 1815 anhielt.

Beliebt waren sogenannte Mesmer Baquete, eine Art große Trommel oder Tisch aus der Metallstäben herauskamen, die an die zu heilenden Körperstellen angelegt wurden.



Auch die Methode der Hypnose geht auf Mesmer zurück. Das englische Wort: mesmerizing leitet sich direkt von Franz Anton Mesmer und seinen Praktiken ab.

Passend zu unserem Ball läuft derzeit auch ein sehr schöner Film zu Franz Anton Mesmer und Maria Theresia Paradis in den Österreichischen Kinos: Licht ein Barabara Albert Film. Die Tanzszenen in diesem Film wurden choreographiert, getanzt und gecoacht von Natalie Gal und Pia Brocza, sowie Musica et Saltatoria (Salzburg) und Tantz-Art (Wien).  →  Trailer und Information zu "Licht"




Franz Xaver Messerschmidt - Charakterköpfe

Auch die berühmten "Charakterköpfe" des in Wien und Bratislava tätigen Bildhauers Franz Xaver Messerschmidt sind von Mesmer und seinen Theorien beeinflußt. Messerschmidt und Mesmer waren befreundet und der Künstler schuf eine Büste des Arztes. Sicherlich war er auch bei seinen magnetischen Behandlungen anwesend und unterzog sich auch selbst Mesmers Kuren um seine eigenen Leiden zu lindern.  →  Die Werke Franz Xaver Messerschmidts in der Sammlung der Galerie Belvedere