Kontratänze


1651 veröffentlichte der Londoner Musikverleger John Playford (Bild) eine Sammlung von Country dances, The English Dancing Master. Sie enthielt 104 dieser Figurentänze für mehrere Paare, wie sie in England schon für die Zeit der selber tanzfreudigen Königin Elizabeth I. (gest. 1603) bezeugt sind.
Playfords Buch war ein großer Erfolg, denn mit Melodie und Tanzbeschreibung ausgerüstet hatte man alle nötigen Unterlagen für ein privates Tanzvergnügen - wichtig in der Zeit der Puritaner, die ja öffentliche Belustigungen so weit wie möglich unterdrückten.
Unter der weitaus lebensfroheren Regierung Charles II. unterhielt man sich bei Hoffesten mit Country dances, und John Playford, sein Sohn Henry und sein Enkel brachten bis 1728 noch 18 ergänzte Neuauflagen des Dancing Master und zwei weitere Bände in mehreren Auflagen heraus - insgesamt über 1000 Tänze!

Um 1680 wurden die Country dances von englischen Tanzmeistern auch in Frankreich populär gemacht. Erst vergnügte sich bei den Contredanses (eine Verballhornung des englischen Namens) der Hof Ludwigs XIV., bald aber auch das Bürgertum. Auch hier trug ein bekanntes Tanzbuch zur Verbreitung der Tänze bei: Feuillets 1706 erschienenes Recüeil de contredances, das wiederum ins Englische übersetzt wurde.

Bald tanzte man in ganz Europa "Anglaisen" - solche in einer langen Reihe oder "Gasse" - und "Contredanses françaises" mit vier Paaren im Quadrat.

Kontratänze lernen, üben und tanzen können Sie bei unseren Kursen, bei unseren  →  Tanzabenden und natürlich bei unserem  →  Sommerseminar für Barocktanz.