"Georg Philipp Telemann zum 340sten"
16. zeitenTANZ-Sommerseminar für Barocktanz

für Anfänger und Fortgeschrittene
1. - 8. August 2021 Jutta Voß


Vormittagskurs:
La petite Bourree nouvelleaus der Collection de danse


Der wichtigste Schritt im Barocktanz und gewissermaßen der Grundschritt ist der pas de bourrée. Daher möchte ich in meinem Kurs eine kleine, nicht zu anspruchsvolle Originalchoreographie für eine Dame und einen Herrn, in Feuillet-Notation überliefert, erarbeiten, die in ihrem verspielt-heiteren Charakter neben schön ausgeführten Bourrée-Schritten auch Gelegenheit zum Verfeinern von Variationsschritten bietet. "La petite Bourree nouvelle" in der "Collection de danse", dem Manuskript in Feuillet-Notation aus der Bibliothèque de l'Opéra Paris, hat Anklänge an die Choreographien von Feuillet unter ähnlichem Titel, ist aber sehr reizvoll durch die leichte Asymmetrie in der Länge der Figuren: auf die klassische 8-taktige Eröffnung folgen zwei Figuren à 6 Takte und dieses Schema wiederholt sich im zweiten Teil, aber natürlich mit einer neuen Zusammenstellung der Schritte in anderen Figuren. Zudem entspricht dieser Tanz durch den Wechsel von temperamentvolleren Bewegungen und ruhigeren Passagen sehr gut der in der Betrachtung der Suiten-Tänze vorgenommenen Charakterisierung von Johann Mattheson in "Der vollkommene Capellmeister" von 1739. Mattheson attestiert der Bourrée, "daß ihr eigentliches Abzeichen auf der Zufriedenheit, und einem gefälligen Wesen beruhe, dabey gleichsam etwas unbekümmertes, oder gelassenes, ein wenig nachläßiges, gemächliches und doch nicht unangenehmes vermacht ist."

Juttas Vormittagskurs richtet sich vor allem an Anfänger im barocken Stil und an weniger fortgeschrittenere Teilnehmer.
             




Nachmittagskurs:

In Juttas Nachmittagskurs sind Anfänger aber auch erfahrenere Barocktänzer willkommen. Zur Musik von Telemann wird eine Choroegraphie erarbeitet.

             


Jutta Voß:   Jutta Voß schreibt zu ihrer Person: "Die historischen Tänze sind mein Metier. Angefangen im 15. Jahrhundert bis hinein ins späte 19. Jahrhundert wurden Tänze getanzt, denen mein besonderes Interesse gilt. Angefangen bei den Tanzschritten über die Musik, die Kleidung bis hin zum Lebensgefühl der damaligen Zeit versuche ich die Tänze zu rekonstruieren, wieder zu beleben und zu erhalten.
Mein Schwerpunkt liegt - nicht zuletzt weil in meiner Wahlheimat Berlin durch das kulturelle Erbe von Friedrich dem Großen das 18. Jahrhundert viel bei mir nachgefragt wird - auf dem Barocktanz. Doch auch andere Epochen wie Renaissance, Empire und das spätere 19. Jahrhundert gehören zu meinem Repertoire. So kann ich die Entwicklung des höfischen Tanzes durch alle Zeiten hinweg nachverfolgen und vermitteln.
Seit 1990 leite ich das traditionsreiche, in den 50er Jahren von Prof. Karl Heinz Taubert gegründete Ensemble Historischer Tanz Berlin UdK. Die Zugehörigkeit zur Universtät der Künste hat über die Jahrzehnte hinweg zu einem fruchtbaren interdisziplinären Austausch mit den Abteilungen Schauspiel, Gesang-Musiktheater und Alte Musik geführt.
Wer neugierig auf mehr ist, darf gern auf meiner Seite etwas stöbern, da finden sich Erläuterungen zu meinen Arbeiten mit dem Ensemble, für Theater und Tanzkompanien, für Film und Fernsehen, im Rundfunk und in Hochschulen.
Mein Motto: Ich gebe die Freude am Tanz weiter!"
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